Slowenien entdecken: Unser Eindruck von einem der unterschätztesten Länder Europas

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Slowenien – unser Eindruck von einem der unterschätztesten Länder Europas

Nach einer Woche in Slowenien bleibt bei uns vor allem ein Eindruck hängen: Dieses Land wirkt unglaublich aufgeräumt, grün und lebenswert.

Mit gerade einmal rund 2,1 Millionen Einwohnern auf einer Fläche, die etwa halb so groß ist wie Niedersachsen, gehört Slowenien zu den kleineren Ländern Europas. Die Hauptstadt Ljubljana zählt knapp 300.000 Einwohner und wirkt eher wie eine große, entspannte Universitätsstadt als die Hauptstadt eines ganzen Landes.

 

Hier seht ihr noch mehr 🎥 Grafittis der Hauptstadt.

Ein Land voller Grün

Wer durch Slowenien fährt, sieht vor allem eines: Natur.

Wälder, Wiesen, Berge, Flüsse und kleine Dörfer prägen das Landschaftsbild. Besonders überrascht hat uns, wie grün das Land ist. Selbst entlang größerer Straßen hat man selten das Gefühl, durch stark bebaute Gebiete zu fahren.

Viele Landschaften erinnern uns ein wenig an deutsche Mittelgebirge wie die Eifel oder den Schwarzwald. Gleichzeitig wirkt alles abwechslungsreicher, ursprünglicher und oft auch etwas wilder.

Besonders beeindruckt hat uns das Soča-Tal mit seinem türkisfarbenen Fluss und die Bergwelt der Julischen Alpen.

Der spektakuläre Vršič-Pass

Einer der Höhepunkte unserer Reise war die Fahrt über den Vršič-Pass. Er war so steil und lang, dass es dem Bronco zu heiß wurde und im Motor kurz vor Ende ein Feuer ausbrach: ein Zündkabel überhitzte, fing Feuer und wir mußten tatsächlich mit dem Feuerlöschen das 🎥 Feuer löschen.

Mit seinen 50 Kehren ist der Vršič-Pass die höchste Passstraße Sloweniens und verbindet das Soča-Tal mit Kranjska Gora. Auf dem Weg eröffnet sich immer wieder ein spektakulärer Blick auf die Julischen Alpen. Der Pass liegt auf rund 1.611 Metern Höhe. Über ihm ragen die höchsten Berge Sloweniens auf.

Der bekannteste von ihnen ist der Triglav mit 2.864 Metern. Er ist nicht nur der höchste Berg Sloweniens, sondern auch nationales Symbol und sogar auf der slowenischen Flagge vertreten.

Interessant dabei: Der Triglav-Nationalpark ist der einzige Nationalpark des Landes. Trotzdem hat man fast überall das Gefühl, sich mitten in einer geschützten Naturlandschaft zu bewegen.

Landwirtschaft wie früher

Etwas, das uns immer wieder aufgefallen ist: Viele Menschen bauen noch selbst Obst und Gemüse an.

Fast jedes Haus hat einen gepflegten Garten. Oft sieht man Gemüsebeete, Obstbäume, Gewächshäuser oder kleine Felder. Das erinnert uns an unsere Kindheit in Deutschland, als Selbstversorgung auf dem Land noch deutlich verbreiteter war.

Die Verbindung zur Natur scheint hier vielerorts noch selbstverständlich zu sein.

Sauber, ordentlich und gepflegt

Ein weiterer Eindruck, der sich durch das ganze Land zieht: Slowenien ist außergewöhnlich sauber.

Müll sieht man kaum. Straßen, Orte und öffentliche Plätze wirken gepflegt. Selbst in kleineren Dörfern hat man das Gefühl, dass viel Wert auf Ordnung und das Erscheinungsbild gelegt wird.

Dabei wirkt das Land keineswegs geschniegelt oder künstlich. Viele Orte haben ihren ursprünglichen Charakter bewahrt. Alte Bauernhäuser stehen neben modernen Neubauten, ohne dass es störend wirkt. Alt und Neu passen hier oft erstaunlich harmonisch zusammen.

Die Menschen

Die Menschen haben wir als freundlich, hilfsbereit und eher zurückhaltend erlebt.

Was uns besonders überrascht hat: Die Sprachbarriere ist praktisch nicht vorhanden.

Englisch wird fast überall gesprochen. Darüber hinaus wurden wir erstaunlich oft auf Deutsch begrüßt oder konnten problemlos auf Deutsch kommunizieren. Gerade für deutsche Reisende oder Unternehmer macht das vieles einfacher.

Die Gastfreundschaft wirkt dabei nicht aufgesetzt, sondern angenehm natürlich.

Wirtschaftlich stärker als viele vermuten

Slowenien wird oft in einem Atemzug mit dem Balkan genannt. Wirtschaftlich steht das Land allerdings deutlich näher an Österreich oder Norditalien.

Das Land gehört zur Eurozone, verfügt über eine stabile Wirtschaft und eine sehr niedrige Arbeitslosenquote. Die Industrie spielt eine wichtige Rolle und ist stärker ausgeprägt als in vielen anderen europäischen Ländern. Besonders Maschinenbau, Automobilzulieferer, Logistik und Hightech-Unternehmen sind wichtige Wirtschaftszweige.

🎥 Reel zum Ticketkauf für die Bahn.

Deutschland ist dabei einer der wichtigsten Handelspartner Sloweniens. Ein großer Teil der Exporte geht nach Deutschland, gleichzeitig nutzen viele Unternehmen Slowenien als Brücke zwischen Mittel- und Südosteuropa.

Für deutsche Unternehmen, die in Richtung Kroatien, Serbien, Bosnien-Herzegowina oder allgemein auf den Balkan expandieren möchten, kann Slowenien deshalb ein äußerst interessanter Standort sein.

Unser Fazit

Slowenien hat uns überrascht mit spektakulären Sehenswürdigkeiten und mit dem Gesamtbild.

Das Land wirkt modern und gleichzeitig bodenständig. Es ist wirtschaftlich stark, ohne hektisch zu sein. Die Natur ist beeindruckend, die Menschen freundlich und die Lebensqualität scheint hoch.

Wenn wir Slowenien in einem Satz beschreiben müssten, würden wir sagen:

Slowenien fühlt sich an wie eine Mischung aus Österreich, Italien und dem alten, entschleunigten Europa mit einer ganz eigenen Identität.

Und genau das macht dieses kleine Land so besonders.

Slowenien in Zahlen

Hauptstadt Ljubljana
Einwohner ca. 2,1 Mio.
Fläche 20.271 km²
Währung Euro
Höchster Berg Triglav (2.864 m)
Nationalparks 1 (Triglav-Nationalpark)
EU-Mitglied seit 2004
Euro seit 2007

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