Reisetagebuch – Kapitel 8: Die letzten Tage in Europa: La Línea, Gibraltar und das Kribbeln vor Afrika

· Lesezeit: ~6–8 Min
La Línea und der südlichste Punkt der Europatour
Nachdem wir Monda verlassen hatten, führte uns die Reise weiter nach La Línea de la Concepción, den südlichsten Punkt unserer Europatour. Nur ein paar Schritte bis zum Meer, ein Grenzzaun bis Gibraltar, und dahinter schon das Tor nach Afrika.
Wasserpfütze und Ankommen im Camp Sur Europa
Als wir auf dem Campground Sur Europa ankamen, begrüßte uns direkt eine kleine Herausforderung: Auf der Straße vor dem Eingang stand eine riesige Wasserpfütze, fast schon ein kleiner See – entstanden durch die heftigen Unwetter der vergangenen Tage.
Zum Glück kam von der anderen Seite ein Auto, dessen Fahrer offenbar genau wusste, wie hoch das Wasser stand. Er fuhr ohne Zögern hindurch. Also wagten wir es auch. Der Bronco rollte souverän durch und wenig später standen wir auf dem Campground.
Sauberkeit, Strandnähe und erste Eindrücke
Der Platz war pico bello gepflegt. Zum Strand musste man nur einmal über die Straße gehen, und von Kriminalität war weit und breit nichts zu spüren.
Direkt nebenan befand sich eine Art Tagesstätte oder betreutes Wohnen für Menschen mit Einschränkungen, die liebevoll in die Pflege des Campgrounds eingebunden waren. Vielleicht war das der Grund für die besondere Sauberkeit. Wir fühlten uns vom ersten Moment an wohl.

Gibraltar bei Nacht
Am ersten Abend liefen wir zu Fuß nach Gibraltar, knapp fünf Kilometer vom Camp entfernt. Gibraltar bei Nacht war eine Mischung aus englischem Flair, Mittelmeer und Inselgefühl. Zurück ging es mit dem Taxi. Uber gibt es hier nicht, aber Taxis sind erstaunlich günstig.

Arbeiten und Vorbereitung auf Afrika
Die nächsten Tage nutzten wir zum Arbeiten und für die Vorbereitung auf die Überfahrt nach Marokko. Das Kribbeln wurde stärker: unser erstes Mal Afrika, unser erstes Mal mit dem Bronco auf der Fähre.

Gibraltar bei Tag und über die Startbahn laufen
Am nächsten Morgen gingen wir wieder zu Fuß nach Gibraltar – diesmal bei Tageslicht. Am Ende des Tages waren wir über 13 Kilometer unterwegs.

Das Highlight war die Überquerung der Startbahn des Flughafens: Als Fußgänger läuft man dort wirklich über das Rollfeld, mit Ampeln wie an einer Kreuzung. Der Hafen gefiel uns besonders gut, insbesondere das Fünf-Sterne-Hotelschiff und Casino, welches dort fest ankert.

Fish & Chips, Pfundpreise, Video für die Community – und völlig unkomplizierte Passkontrollen.
Tickets bei Carlos in Algeciras
Für die Fährtickets fuhren wir mit dem Bus nach Algeciras zu Carlos – einem Kultpunkt unter Overlandern. Wir lachten, als wir zuerst nur seine Pappfigur sahen.

Ein Mitarbeiter buchte unsere Tickets, dann tauchte Carlos persönlich auf. Als Jürgen ein Paket verschicken musste, meinte er nur: „Warum zur Post? Gib mir alles, ich kümmere mich.“ Hier geht es zu unserem 🎥 Carlos-Video.

Tapas und der letzte Abend in Europa
Am Abend suchten wir lange nach einem Restaurant. Viele hatten geschlossen. Doch kurz vor dem Camp fanden wir ein kleines Lokal mit den besten Tapas unserer Spanienreise.

Fährtag und die mal wieder leere Batterie
Am 21. November sollte es losgehen. Fähre um 11:15 Uhr, alles war bereit – doch der Bronco war es nicht. Die Batterie war leer. Wieder einmal.
Wir schlossen ihn ans NOCO-Gerät, liefen zum Strand, buchten das Ticket um und warteten. Schließlich sprang er an – und wir fuhren um 14:30 Uhr auf die Fähre.
Doch das gehört bereits zum nächsten Kapitel.
Moment des Tages
Über die Startbahn von Gibraltar zu laufen – zwischen Meer, Wind und der Ahnung, dass der nächste Kontinent schon greifbar nah ist.