Reisetagebuch – Kapitel 6 (1/2): Zurück im Bronco – Portugal auf eigene Faust

· Lesezeit: ~7–9 Min
Abschied von Molly und Felix
Am 3. November hieß es wieder Abschied nehmen, diesmal von Molly und Felix. Der Moment war bittersüß. Nach fast zwei Wochen mit den beiden wuscheligen Cockerpoos (wir nannten sie immer “die Teddies”) fiel es uns schwer, sie zurückzulassen. Am liebsten hätten wir sie einfach eingepackt.
Zurück im Bronco – Portugal auf eigene Faust
Doch nun stand der nächste Abschnitt an: Portugal auf eigene Faust: im Bronco. Ein bisschen aufgeregt waren wir schon. Nach der Panne in Spanien wussten wir nicht, ob der Bronco wirklich durchhalten würde, ob die Zündung jetzt zuverlässig funktionierte. Als der Motor dann ansprang, war das fast schon ein kleiner Sieg.
Aljezur und Praia da Arrifana
Unsere erste Etappe führte uns nach Westen, Richtung Aljezur. ChatGPT hatte den Tipp gegeben, also nichts wie hin. Der Weg dorthin war landschaftlich wunderschön, kurvig, hügelig, grün und am Ende öffnete sich der Blick auf den Atlantik. Wir legten einen kurzen Zwischenstopp am Praia da Arrifana ein, einem Surferstrand, der schon beim Ankommen nach Freiheit roch: Salz, Wind, Vans und Barfußmenschen mit Boards unter dem Arm.
Wir schauten eine Weile von einem Café oben auf dem Berg aus der Ferne zu, ließen die Atmosphäre wirken, dieses Lebensgefühl zwischen Sonne und Sand, Bewegung und Ruhe.



Weiter ging es nach Aljezur, wo wir direkt am Strand übernachteten. Um uns herum standen ein paar andere Camper, freundlich, entspannt, jeder in seinem eigenen kleinen Abenteuer. Am Abend kam die Polizei vorbei, fuhr einmal durch, sah nach dem Rechten – kein Problem. Wir durften bleiben. Der Wind rüttelte am Bronco, das Meer rauschte, und wir fühlten uns einfach richtig. Hier gab es den perfekten Sonnenuntergang. Seht selber in unserem kurzen, aber wunderschönen 🎥 Sonnenuntergangs-Video.

Comporta Café – Freiheit im Werbespot
Am nächsten Tag zog es uns weiter Richtung Norden. Die Sonne schien, aber der Wind nahm zu. Man spürte, dass sich etwas zusammenbraute. Trotzdem machten wir Halt in Comporta, einem dieser Orte, die aussehen, als hätte jemand die perfekte Mischung aus Gelassenheit und Stil erfunden.
Direkt am Strand fanden wir das Comporta Café, eine Beach Bar mit Holzterrasse, Liegestühlen, guter Musik und dem Duft von gegrilltem Fisch in der Luft. Dort saßen wir, aßen einen kleinen Snack und fühlten uns für einen Moment wie in einem Werbespot für Freiheit.


Camping Pachamama bei Alcácer do Sal
Am Nachmittag fuhren wir weiter nach Alcácer do Sal, wo uns jemand den kleinen Campingplatz Pachamama empfohlen hatte. Ein bisschen Hippie, ein bisschen Natur – und genau unser Ding. Eigentlich wollten wir nur eine Nacht bleiben. Am Ende wurden es zwei. Alcácer do Sal war ein unglaublich schönes Örtchen. Es war schön, dass wir diesen Ort kennenlernen durften.


Sturm, Schüssel und perfektes Frühstück
Die erste Nacht war wild. Ein Gewitter, wie es nur am Meer vorkommt: Regen, Wind, Blitze, die den Bronco kurz in ein Fotostudio verwandelten. Wasser lief durch das undichte Fenster, also stellten wir eine Schüssel darunter. Draußen tobte der Sturm, drinnen hielten wir einfach still, hoffend, dass es bald vorbeigeht. Guckt mal im 🎥 Unwetter-Video, wie es uns erging.

Am nächsten Morgen roch es nach nasser Erde und Kaffee. Und dann kam das perfekte Frühstück: hausgemachtes Brot, ein frischer Smoothie, Naturjoghurt mit Obst, Käse, ein Pancake mit einer Art Nutella und Bananen – alles mit Liebe zubereitet. Danach war klar: Wir bleiben noch eine Nacht.

Später spazierten wir durchs kleine Örtchen, ich lief am folgenden Morgen sogar hinauf zur alten Festung, joggte durch die Gassen und schaute mir von oben an, wie sich die Landschaft unter der aufgehenden Sonne veränderte. Es war einer dieser stillen Momente, in denen man merkt, dass man genau da ist, wo man gerade sein soll.


Moment des Tages
Wenn draußen der Sturm tobt, der Bronco hält, und du beim Frühstück merkst, dass alles gut ist.
