Reisetagebuch – Kapitel 27: Marrakesch, Bronco-Panne & endlich weiter nach Ait Ben Haddou

· Marrakesch – (verpasste) Ouzoud-Wasserfälle – zurück – Ait Ben Haddou
Zurück bei Aisha
Seit dem 28. Februar sind wir wieder zurück beim Bronco, auf dem wunderschönen Reisemobilstellplatz von Aicha bei Marokko Reisen Schatz, etwas außerhalb von Marrakesch.
Ein Ort, an dem man erstaunlich schnell zur Ruhe kommt.

Hier können wir durchatmen, arbeiten und uns unseren Projekten widmen. Die Atmosphäre ist entspannt, fast familiär. Genau das, was wir nach den vielen Erlebnissen der letzten Wochen brauchten.
Zwischendurch drehe ich hier gerne eine kleine Joggingrunde über die Felder, einmal um das kleine Schlösschen herum. Manchmal leihen wir uns auch den Hofhund Mara aus und gehen eine Runde spazieren. Unseren Spaziergang im Regen könnt ihr im passenden 🎥 Reel sehen.

Und wenn uns doch mal wieder nach etwas mehr Trubel ist, fahren wir einfach nach Marrakesch – einkaufen, durch die Straßen schlendern oder einfach wieder ein bisschen Stadtluft schnuppern.
Der Plan: Ouzoud-Wasserfälle
Am 12. März wollten wir eigentlich weiterfahren.
Unser Ziel waren die Ouzoud-Wasserfälle, wo wir bis Sonntag bleiben wollten. Ein paar Tage Natur, ein bisschen Abstand, vielleicht sogar ein paar schöne Wanderungen.
Aber wie so oft auf dieser Reise kam alles ein wenig anders.
Denn irgendwie scheinen Wasserfälle bei uns unter keinem guten Stern zu stehen.
Der Bronco streikt – mal wieder
Nach etwa 20 Kilometern Fahrt war schon wieder Schluss.

Wir waren noch nicht einmal richtig aus Marrakesch herausgekommen, da begann der Bronco wieder zu streiken. Der Motor ging immer wieder aus, sodass schnell klar war: So kommen wir heute nicht weit.
Also entschieden wir uns, umzudrehen.
Wir schafften es noch bis zu einer großen Tankstelle mit Servicebereich und Werkstatt.
Hier sehen wir uns das Problem an: 🎥 Reel.
Dort stellten wir den Bronco ab und verbrachten kurzerhand die Nacht auf dem Parkplatz.
Was sich zunächst nach einer praktischen Lösung anhörte, entpuppte sich allerdings als eher… lebendige Nacht.
Denn während des Ramadans erwacht das Leben in Marokko erst nach Sonnenuntergang richtig.
Und genau dieser Platz schien ein beliebter Treffpunkt zu sein, um nach Einbruch der Dunkelheit gemeinsam das Fastenbrechen zu feiern.
Autos kamen, Musik lief, Gruppen von Menschen trafen sich, Reifen quietschten, Motoren heulten auf.
Die Feier dauerte bis tief in die Nacht.
An Schlaf war kaum zu denken.
Diagnose: der Kühler
Am nächsten Morgen kam der Mechaniker.
Er begann sofort zu arbeiten. Denn bereits am Vortag wussten wir, dass der Kühler undicht war. Also wurde der komplette Kühler ausgebaut, repariert und wieder eingesetzt.
Nebenbei überprüfte er noch einige Steckverbindungen.
Am Ende sah alles gut aus.
Wir dachten: Jetzt kann es weitergehen.
Leider lag der Bronco da anderer Meinung.
Das Problem war noch immer nicht behoben.
Also mussten wir wieder umdrehen.
Ein neuer Platz – Camping Le Relais
Zurück zur Tankstelle wollten wir auf keinen Fall noch einmal.
Also suchten wir uns einen anderen Platz und landeten schließlich auf dem Campingplatz Le Relais.
Eine kleine Urlaubsoase.
Es gab einen tollen Pool, ein sehr gutes Restaurant und alles war unglaublich sauber und gepflegt. Ein Platz, der vor allem für Familien mit Kindern perfekt geeignet ist.


Allerdings fühlten wir uns dort nicht ganz so wohl.
Die Preise waren eher auf westlichem Niveau, und die Atmosphäre war für uns – mit Arbeit, Laptop und Projekten – nicht ganz die richtige Umgebung.
Schrauben auf dem Campingplatz
Der Mechaniker kam sogar direkt auf den Campingplatz.
Er verbrachte fast den ganzen Tag damit, am Bronco zu schrauben, Kabel zu prüfen und verschiedene Dinge zu reparieren.
Am nächsten Morgen wollten wir wieder los.
Doch auch diesmal funktionierte es nicht.
Inzwischen war es Samstag, der 14. März, und ein großer Teil unserer Arbeit war liegen geblieben – besonders bei Jürgen.
Also starteten wir einen weiteren Versuch.
Der nächste Versuch – und wieder ein Problem
Wir fuhren Richtung Ouzoud.
Nach etwa zehn Kilometern wieder das gleiche Problem.
Der Bronco ruckelte und drohte wieder auszugehen.
Wir hielten an einer kleinen Werkstatt, oder besser gesagt, an einem Quad-Verleih an. Die Mechaniker dort halfen uns sofort weiter. Jürgen überprüfte zusätzlich selbst noch einmal mehrere Steckverbindungen und reinigte sie.
Am Ende lief der Motor zumindest wieder so stabil, dass wir fahren konnten.
Ganz sauber lief er allerdings noch nicht.
Das Ruckeln blieb.
Und wir beschlossen: Solange wir das Problem nicht wirklich verstanden haben, fahren wir lieber nicht weiter ins Gebirge.
Ein kleiner Lichtblick – La Mamounia
Zwischen all dem Schrauben und Warten gönnten wir uns am Freitagabend noch einen kleinen Ausflug nach Marrakesch.
Wir besuchten das legendäre Hotel La Mamounia, das oft als eines der schönsten Hotels der Welt bezeichnet wird.



Und tatsächlich, der Ort hat eine ganz besondere Atmosphäre.
Wir setzten uns an die Bar, bestellten etwas zu trinken und lauschten der Musik. Zwei Live-Bands spielten an diesem Abend, und für ein paar Stunden konnten wir einfach nur den Moment genießen.
Nach all dem Werkstattstress tat dieser Abend unglaublich gut.
Zurück zu Aicha
Am Samstag fuhren wir schließlich wieder zurück zu Aicha auf unseren Lieblings-Campground bei Marrakesch. Wenn ihr mögt, schaut euch gerne dazu unser 🎥 kurzes Reel an. Hier gibt es noch ein schönes Interview mit der lieben Aicha:
Der Bronco ruckelt zwar noch ein wenig, aber er fährt.
Und wir haben beschlossen, hier erst einmal zu bleiben, weiterzuarbeiten und das Problem in Ruhe anzugehen.


Manchmal ist es auf dieser Reise eben besser, einen Schritt zurückzugehen, statt zwei Schritte nach vorne zu erzwingen.
Der Bronco läuft wieder – endlich
Zurück bei Aisha nahmen wir uns noch einmal bewusst Zeit.
Zeit zum Arbeiten. Zeit zum Durchatmen. Und vor allem: Zeit, den Bronco wirklich zu verstehen.
Jürgen machte sich noch einmal selbst an die Arbeit.
Stück für Stück arbeitete er sich durch die möglichen Ursachen.
Und dann war sie gefunden.
Ein defektes Modul. Ein MAF-Sensor.
Ein kleines Bauteil mit großer Wirkung. Er sorgt dafür, dass die Luftmenge, die in den Motor gelangt, korrekt gemessen und geregelt wird. Wenn er falsche Werte liefert, gerät das gesamte System aus dem Gleichgewicht.
Und genau das war passiert.
Nach dem Austausch und einer kurzen Probefahrt wurde schnell klar:
Der Bronco läuft wieder.
Ruhig. Stabil. So, wie er sollte.
Ein Moment, der sich fast wie ein Neuanfang anfühlte.
Endlich wieder unterwegs
Am 20. März war es dann so weit.
Wir beschlossen, unsere Reise endlich fortzusetzen.
Unser Weg führte uns über den Tizi n’Tichka-Pass in Richtung Ait Ben Haddou.
Eine Strecke, die wir schon lange im Kopf hatten und diesmal auch wirklich fahren konnten.
Der Frühling lässt allerdings weiterhin auf sich warten.
Es ist noch kühl, und immer wieder ziehen kräftige Regenschauer durch die Landschaft.
Trotzdem fühlte sich diese Fahrt besonders an.
Nicht nur, weil wir endlich wieder unterwegs waren.
Sondern auch, weil wir wussten:
Der Bronco läuft. Und wir können weiter.
Moment dieses Abschnitts
Manchmal sind es nicht die großen Etappen, die sich wie Fortschritt anfühlen.
Sondern die Momente, in denen plötzlich alles wieder funktioniert.
Ein Motor, der rund läuft. Ein Problem, das gelöst ist. Und die Gewissheit, dass es weitergehen kann.
Nach all den Stopps, Werkstätten und Umwegen war genau das unser kleiner Durchbruch.
Und vielleicht war das der eigentliche Moment dieses Abschnitts: Nicht das Ziel. Sondern der Moment, in dem wir wieder losfahren konnten.