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Alex bei der Arbeit auf dem Weg nach Montouliers

Reisetagebuch – Kapitel 2: Zwischen Hundeglück und Nachtlichtern

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Reisetagebuch › Kapitel 2

· Lesezeit: ~6–8 Min

Ein französischer Willkommensgruß

Kaum waren wir richtig losgefahren, kam auch schon der erste Gruß von der französischen Bürokratie, allerdings mit ein paar Wochen Verspätung. 84 statt 80 km/h. Ganze vier Kilometer zu schnell, nach Abzug der Toleranz. 45 Euro. Merci beaucoup. Man könnte sagen: unser offizieller Einreisestempel nach Frankreich.

Die Fahrt selbst verlief ruhig. Die Landschaft zog vorbei, das Navi führte uns weiter, die Sonne schien, alles war im Fluss, bis plötzlich mitten auf der Straße ein Hund stand. Ein ziemlich müder, verwahrloster Kerl mit einem Sensor um den Hals. Einfach so, mitten im Verkehr. 

Hundeglück auf der Straße

Autos hupten, wichen aus, und er trottete, als wäre das alles ganz normal und ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Wir hielten an. Jürgen stieg aus, holte ihn vorsichtig von der Straße, während mir das Herz bis zum Hals schlug. Zum Glück tauchten genau in diesem Moment zwei Mädchen auf, die den Hund in Empfang nahmen. Wahrscheinlich war es ihr Hund, oder einfach Menschen, die zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren.

Es war wieder einer dieser Momente, die man auf keiner Karte findet. Kein Sehenswürdigkeiten-Highlight, aber ein echtes Erlebnis.

Wiedersehen in Lyon

Danach ging’s weiter Richtung Lyon. Unser Ziel: der Camping du Lyon in Dardilly. Ein Platz im Grünen, ruhig, mit dem Gefühl, endlich ein bisschen angekommen zu sein.

Wir stellten den Bronco ab, holten tief Luft, und dann kam plötzlich eine Rückmeldung einer alten Freundin von Jürgen, die in Lyon lebt: Sie hätte spontan Zeit.

Keine Sekunde überlegt, und ehe wir uns versahen, stand Barbara vor uns. Sie hatte uns kurzerhand abgeholt, einfach so, obwohl sie vorher schon acht Stunden mit dem Auto aus ihrer alten Heimat Stuttgart zurückgelegt hatte. Bei ihr zu Hause wartete ein liebevoll gedeckter Tisch, gutes Essen, Wein und lange Gespräche.

Danach nahm sie uns mit auf eine kleine Nachtführung durch Lyon, vorbei an den erleuchteten Brücken, den stillen Gassen, dem Glitzern der Rhône. Diese Art von Abenden, die man nicht planen kann. Sie passieren einfach, und genau das macht sie so besonders.

Arbeitspause mit Aussicht

Der nächste Tag begann ruhig. Auf dem Campingplatz konnten wir tatsächlich in der Sonne arbeiten – im T-Shirt, mit Laptop auf dem Tisch, umgeben von dieser friedlichen Stille, die man nur in Bewegung findet. Es war einer dieser Tage, an denen man spürt, dass das Unterwegssein langsam in Fleisch und Blut übergeht. Für eine Besichtigung von Lyon bei Tageslicht blieb uns leider keine Zeit.

Später fuhren wir weiter, durch eine landschaftlich wunderschöne Gegend, die sich über ein weites Bergplateau erstreckte. Wir legten eine lange Arbeitspause ein, mit Blick über Täler und Felsen. Fantastische Aussicht. Absolute Ruhe. Wenn man so dort oben sitzt, mit dem Wind im Gesicht und nichts als Weite um sich herum, ist die Welt plötzlich ganz klar. Dieses phantastische Stück Erde nennt sich „Chaos Ruiniforme du Rajal del Gorp". Mit ein wenig mehr Zeit hätte man diesen Stopp mit einer einzigartigen Wanderung verbinden können. Schaut euch hierzu gerne unser Short auf YouTube dazu an.

Über enge Straßen durch die Berge

Am Nachmittag ging’s weiter durch die Berge. Enge Straßen, enge Kurven, und immer wieder dieser Moment, in dem man sich fragt, ob der Bronco wirklich durchpasst. Natürlich passte er. Irgendwie passt er immer.

Am Abend erreichten wir Millau, ein kleines, wunderschön gelegenes Städtchen, eingerahmt von Bergen und mit einem Campingplatz, der sofort ein Gefühl von Ankommen auslöste. Wir standen direkt am Fluss, welcher uns von der kleinen Stadt Millau trennte. Wieder so ein Ort, den man am liebsten ein paar Tage länger erkundet hätte. Aber unser nächstes Ziel wartete schon: Montouliers.

Ankunft in Montouliers

Am 7. Oktober kamen wir dort an, bei Hestur, dem Hund, den beiden Katzen Balli und Bruma und den Pferden Django und Fargo. Eine kleine Ranch, friedlich gelegen, mit Weite, Wind und Tieren, die uns sofort willkommen hießen. Plötzlich war da ein neues Gefühl – nicht mehr nur Reisende, sondern für eine Weile Teil eines anderen Alltags zu sein.

Was wir dort erlebt, gespürt und gelernt haben – davon erzählt das nächste Kapitel.

Moment des Tages

Freiheit fühlt sich manchmal an wie ein Umweg über enge Bergstraßen – und endet in der stillen Freundlichkeit eines Ortes, den man vorher nicht kannte.
 

 

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