Todra-Schlucht und Felslandschaft bei Regen in Marokko – Kapitel 19.

Reisetagebuch – Kapitel 19: Todra- und Dades-Schlucht im Regen

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Reisetagebuch › Kapitel 19

Regen in den Bergen – und plötzlich wird Anhalten zur besten Entscheidung.

· Lesezeit: ~6–8 Min

Abschied von Zagora

Am Freitag, den 2. Januar, verließen wir Zagora. Ein Ort, der uns in den letzten Tagen wirklich ans Herz gewachsen war. Der Campground, die Menschen, der Rhythmus. Es fühlte sich alles so vertraut an. Vielleicht gerade deshalb wussten wir: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, weiterzuziehen.

Der Plan und das Wetter

Der Plan war klar: Richtung Tinghir, dort übernachten und samstags dann ab in die Todra-Schlucht und weiter zur Dades-Schlucht. Noch einmal Berge, noch einmal eine ganz andere Landschaft nach der Wüste.

Doch das Wetter hatte eigene Vorstellungen...

Wir übernachteten kurz vor Tinghir auf dem Campingplatz Tizmoutine. Dort waren wir die einzigen Gäste. Aber das war uns egal. Wir fühlten uns dort wohl und hatten keine Lust schon wieder irgendwo in einer Stadt, in diesem Fall in Tinghir, zu verweilen.

Am nächsten Tag sollte es dann ausgeruht los gehen Richtung Schluchten. Als wir zunächst an Tinghir vorbei fuhren, wären wir gerne noch ausgestiegen. Es schien eine schöne, sehr alte Stadt zu sein. Unser Ziel war nun mal aber ein anderes.

Schon auf dem Weg merkten wir, dass es kein klassischer Fahrtag werden würde. Regen, grauer Himmel, schlechte Sicht. In den Bergen sammelte sich das Wasser, große Pfützen standen auf der Straße, teilweise über die gesamte Fahrbahnbreite.

Todra-Schlucht im Regen

Die Todra-Schlucht erreichten wir zwar früh genug, doch die Bedingungen wurden nicht besser. Die bis zu 300 Meter hohen Felswände waren auch bei Regen beeindruckend, aber alles war nass, kalt und matschig. 

Wir gingen ein Stück hinein, ließen die Dimensionen auf uns wirken und merkten schnell: Heute ist kein Tag zum Erzwingen. Hier geht´s zum 🎥 Insta-Reel mit fantastischen Eindrücken.

Heute ist kein Tag zum Erzwingen

Statt uns weiter durch den Regen zu kämpfen, entschieden wir uns um. Auf dem Weg zur Dades-Schlucht steuerten wir einen Campground (Camping Majorel) an den Affenfinger-Felsen an.

Affenfinger-Felsen: eine Landschaft wie Skulptur

Diese Felsformation ist kaum zu beschreiben. Wie riesige Skulpturen ragen sie aus der Landschaft. Ein Anblick, den wir nie vergessen werden.

Am Nachmittag hörte der Regen auf. Wir machten eine kleine Wanderung ins Flusstal. Der Fluss war gut gefüllt, das Wasser rauschte, alles wirkte wild und ursprünglich. Schön, dass wir diesen ungeplanten Stopp erleben durften. Ohne den Regen wären wir hier nie hingekommen.

Feuer, Suppe und Tajine

Abends saßen wir am Feuer, wärmten uns auf, aßen Suppe und Tajine. Müde und zufrieden fielen wir ins Bett.

Dades-Schlucht: Serpentinen und Tiefe

Am nächsten Morgen wurde das Wetter besser. Wir erreichten früh die Dades-Schlucht. Serpentinen, Felswände, Tiefe, richtig spektakulär. Jürgen fuhr die Strecke zweimal, damit wir filmen konnten. Schaut selbst, wie spektakulär die legendäre Straße ist: 🎥 Straße zur Dades-Schlucht oder auf 🎥 Insta als Reel.

Weiter Richtung Ouarzazate

Danach ging es weiter Richtung Ouarzazate. Auf dem Weg dorthin hatten wir noch ein leckeres Berber-Frühstück mit spektakulärer Aussicht und bestem Wetter.

In Ouarzazate beginnt das nächste Kapitel.

Moment dieses Abschnitts

Manchmal ist Anhalten wichtiger als Weiterfahren. Der Regen hat uns ausgebremst und uns genau dorthin geführt, wo wir sein mussten. Zwischen Felsen, Feuer und Stille haben wir wieder gelernt: Die besten Orte liegen oft nicht auf dem Plan.

 

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