Reisetagebuch – Kapitel 11: Zwischen Regen, Königsstädten und Küstenzauber

· Lesezeit: ~8–10 Min
Sonntag – Ankunft auf der Hacienda de Cigognes (Tiflet)
Am ersten Advent brachen wir früh auf. Wieder war Starkregen angekündigt, und unser Bronco hat ja bekanntlich diese eine undichte Stelle am Dach. Solange wir fahren, kommt kaum Wasser rein, also machten wir uns zügig auf den Weg Richtung Hacienda de Cigognes, was übersetzt „Hacienda der Störche“ bedeutet. Das passte auch tatsächlich genau, denn auf dem Dach der Hacienda wohnten mehrere Storchenpärchen, die man auch nicht überhören konnte. Hört mal rein, in dieses 🎥 Short.

Wir erreichten Tiflet mittags im strömenden Regen. Glücklicherweise durften wir direkt unter einem großen Dach parken. Das ersparte uns eine weitere Nacht mit Schüsseln und tropfenden Fenstern. Der restliche Tag war wetterbedingt ruhig, wir arbeiteten und warteten darauf, dass der Regen vorbeizog.


Abends wurden wir abgeholt, stapften durch den strömenden Regen und durften im kleinen Gastraum eine köstliche Tajine essen.
Alkohol wird in öffentlichen Lokalitäten/Restaurants in Marokko in der Regel nicht ausgeschänkt (es gibt z.T. Ausnahmen). Auf der Hacienda wird tatsächlich Wein in allen drei Farben produziert. Wir gönnten uns zum Abendessen also einen leckeren Chardonnay und nahmen eine weitere Flasche mit auf die Reise.



So gemütlich war es, dass wir direkt beschlossen, eine Nacht länger zu bleiben.
Montag – Arbeiten, Tajine und Reisegruppe
Der Montag verlief ruhig, wenn gleich auch zunächst immer noch sehr verregnet – perfekt zum konzentrierten Arbeiten. Später klärte es sich auf und wir durften einen wunderbaren Sonnenuntergang erleben.

Abends gab es wieder Tajine, diesmal mitten in einer geselligen Reisegruppe. Wir lernten ein Schweizer Paar kennen, das vor Jahren genau die Route gefahren war, die wir noch vor uns haben. Die ersten Reisenden, die genau diesen Weg gewählt hatten – ein kleiner Vorgeschmack auf das, was noch kommen könnte. Sie haben auch einen eigenen Blog (Pfannitramper). Sehr spannend, wo sie schon überall waren!
Dienstag – Auf nach Rabat
Am nächsten Morgen fuhren wir weiter nach Rabat, wo wir um 15 Uhr mit Zakaria vom BVMW verabredet waren. Vorher hatten wir ein paar Stunden Zeit, die Stadt zu erkunden. Wir fanden einen guten Parkplatz direkt vor der Kanzlei.

Rabat überraschte uns sofort: extrem sauber, modern, sicher und mit einem spürbar europäischen Flair. Wir liefen durch die Medina, entlang des Stadtstrandes und staunten über die Architektur. Pistazienschalen auf den Boden zu werfen? Undenkbar. So sauber war alles.
Rabat ist definitiv ein Favorit und wir freuen uns sehr, im Januar zurückzukommen. Dann wollen wir unbedingt auf den Mohamed VI Tower – das dritt höchste Gebäude Afrikas.
Das Treffen mit Zakaria verlief inspirierend. Viel Potenzial für gemeinsame Projekte in 2026.
Weiterfahrt nach Mohammedia – Strand, Ruhe und zwei Nächte Pause
Nach dem Meeting fuhren wir weiter zum Camping Saïd in Mohammedia, perfekt gelegen zwischen Rabat und Casablanca, direkt an einem langen, breiten Strand. Wir blieben insgesamt zwei Nächte. Mohammedia bietet eine lange Strandpromenade, Müll und Straßenhunde inklusive, eben typisch für Marokko. Ich nutzte die Gelegenheit endlich mal wieder eine kleine Runde joggen zu gehen: 🎥 Alex joggt.


Casablanca – Zug in die falsche Richtung und die Hassan-II-Moschee
Am zweiten Tag nahmen wir ein Taxi zum Bahnhof in Mohammedia und fuhren mit dem Zug nach Casablanca. Leider stiegen wir in den falschen Zug und waren plötzlich auf dem Weg Richtung Marrakesch. Der Kontrolleur war jedoch äußerst freundlich: Wir durften kostenlos aussteigen und zurückfahren. Und die Marokkaner halfen uns, den Weg zu finden.

Casablanca selbst beeindruckte mit seiner riesigen Hassan-II-Moschee am Meer – eine der größten Moscheen der Welt mit dem höchsten Minarett überhaupt. Die Stadt an sich war nicht ganz unser Geschmack, aber allein für diesen Anblick hatte sich der Ausflug gelohnt.


Camping Plage Mrizika: Dünen, Wind und Weite
Auf dem Weg nach Essaouira, wo wir meinen Geburtstag verbringen wollten, legten wir noch eine Zwischenübernachtung im Camping Plage Mrizika ein, ein ruhiger, weitläufiger Platz direkt hinter einer riesigen Sanddüne.



Kinder rutschten auf Sandboards die große Düne hinunter, und der kilometerlange Strand lag nur einen kurzen Spaziergang entfernt. Wind, Wellen, Weite: ein Ort, an dem man tief durchatmen kann.
Nächstes Ziel: Essaouira und unser Hotelprojekt
Am 5. Dezember machten wir uns schließlich auf den Weg nach Essaouira, wo wir zwei Nächte im Hotel Cruiser Mogador verbringen durften, im Austausch für ein Social-Media-Projekt.
Mehr dazu in einem eigenen Kapitel – denn Essaouira hat eine ganz besondere Stimmung verdient.
Moment des Tages
Wir stehen abends am Strand von Mohammedia, die Füße im nassen Sand, Wellenrauschen im Ohr – hinter uns Regenwolken, vor uns der weite Atlantik und das Gefühl, dass Marokkos Küste uns langsam den Kopf frei pustet.
