Alex and Jürgen with two ladies from DIHA

Kapitel 36 Reisetagebuch: Ankommen in Tirana – Unsere ersten elf Tage

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Kapitel 36 Reisetagebuch: Ankommen in Tirana – Unsere ersten elf Tage

Nach vielen Wochen auf der Straße führt uns unsere Weltreise Anfang Juli nach Tirana. Am 8. Juli erreichen wir die albanische Hauptstadt. Für die nächsten fünf Wochen tauschen wir unseren Bronco gegen ein Einfamilienhaus mitten in der Stadt. Wie schon einige Male zuvor übernehmen wir während eines Housesittings die Betreuung von Haustieren. Dieses Mal kümmern wir uns um die beiden Hunde Jabari und Samburu sowie um die Katzen Lola und Scampi. Es dauert nicht lange, bis die vier ganz selbstverständlich zu unserem Alltag gehören.

Für uns kommt dieser längere Aufenthalt genau zur richtigen Zeit.

Nicht, weil wir eine Pause vom Reisen brauchen. Das Unterwegssein lieben wir nach wie vor. Aber in den vergangenen Monaten haben sich viele Aufgaben angesammelt. Videos wollen geschnitten werden. Das Reisetagebuch wartet darauf, weitergeschrieben zu werden. E-Mails brauchen Antworten, neue Kontakte ihre ersten Nachrichten und natürlich planen wir auch schon die nächsten Etappen unserer Weltreise.

Zum ersten Mal seit langer Zeit können wir all das erledigen, ohne nach wenigen Tagen schon wieder weiterzufahren.


Leben nach dem Thermometer

Schon nach den ersten Tagen merken wir, dass in Tirana im Sommer vieles etwas langsamer läuft.

Tagsüber klettert das Thermometer fast jeden Tag auf weit über 35 Grad. An manchen Tagen sogar bis zum Ende der Dreißiger. Draußen hält man es kaum länger aus.

Unsere beiden Hunde machen deshalb früh morgens ihre große Runde. Danach suchen sie sich den kühlsten Platz im Haus und verschlafen den größten Teil des Tages. Erst am Abend werden sie wieder aktiver.

Den beiden Katzen geht es ähnlich.

Lola und Scampi stecken manchmal nur kurz den Kopf aus der Tür, schauen in die flirrende Hitze und verschwinden direkt wieder im angenehm klimatisierten Haus.

Zum Glück gehören Klimaanlagen in Albanien fast überall zur Grundausstattung. Ohne sie wäre der Sommer kaum auszuhalten.

Also passen wir unseren Tagesablauf einfach dem Wetter an.

Tagsüber arbeiten wir. Erst am Abend wird die Stadt wieder lebendig und wir gehen mit den Hunden los oder erkunden Tirana.


Eine Stadt voller Leben

Tirana überrascht uns vom ersten Tag an.

Mit rund 600.000 Einwohnern ist sie nicht nur die Hauptstadt, sondern auch die größte Stadt Albaniens. Im gesamten Ballungsraum leben inzwischen deutlich über 900.000 Menschen. Trotzdem wirkt Tirana nicht wie eine hektische Millionenstadt. Vielmehr entsteht der Eindruck, dass sich hier gerade unglaublich viel entwickelt.

Überall wird gebaut. Moderne Hochhäuser wachsen zwischen älteren Gebäuden in den Himmel. Gleichzeitig entstehen neue Parks, Plätze und ganze Stadtviertel.

Mother Albania Statue mit fantastischer Aussicht auf die Stadt, siehe auch im Insta-Reel.

Was uns aber besonders auffällt, ist das Leben auf den Straßen.

An fast jeder Ecke gibt es Cafés, Restaurants oder Bars. Schätzungen gehen von mehreren tausend gastronomischen Betrieben in Tirana aus. Manche sprechen sogar von über 3.000 Cafés, Bars und Restaurants. Ob diese Zahl nun ganz genau stimmt oder nicht, unser Eindruck ist eindeutig: Man muss hier nie lange nach einem guten Platz zum Essen oder auf einen Kaffee suchen. Jeden Tag entdecken wir neue Lokale und fragen uns oft, wie man diese Vielfalt überhaupt jemals ausprobieren soll.

Selbst in vielen guten Restaurants kann man noch vergleichsweise günstig essen gehen. Das macht es leicht, immer wieder neue Orte auszuprobieren.

Ebenso unkompliziert ist die Fortbewegung.

Die Busse fahren regelmäßig durch die Stadt. Eine Fahrt kostet gerade einmal umgerechnet etwa 40 Cent. Bezahlt wird direkt im Bus bei einem Mitarbeiter. Oft läuft zusätzlich noch ein weiterer Kontrolleur mit, der überprüft, ob jeder auch wirklich ein Ticket gekauft hat.

Wenn es schneller gehen soll, nutzen wir häufig die Super-App Patoko. Sie funktioniert ähnlich wie bekannte Fahrdienst-Apps und macht es unglaublich einfach, ein Taxi zu bestellen. Auch hier sind die Preise überraschend günstig, sodass wir Bus und Taxi je nach Situation ganz entspannt miteinander kombinieren.

Direkt neben unserem Haus liegt zwar ein großer Park, doch der nächste Eingang befindet sich ausgerechnet auf der anderen Seite. Bis wir überhaupt im Grünen ankommen, sind wir jedes Mal etwa fünfzehn Minuten zu Fuß unterwegs. Für unsere täglichen Hunderunden ist das manchmal etwas umständlich.

Etwas anderes fällt uns ebenfalls schnell auf.

Die Albaner scheinen große Autos zu mögen. SUVs und Geländewagen gehören hier ganz selbstverständlich zum Straßenbild.

Auch die Menschen nehmen wir zunächst etwas anders wahr als in vielen anderen Ländern.

Beim Vorbeigehen wird nur selten gegrüßt. Anfangs wirken viele eher zurückhaltend. Doch sobald man miteinander ins Gespräch kommt, begegnet einem viel Herzlichkeit, Offenheit und ehrliches Interesse.


Tirana denkt nach vorne

Schon vor unserer Ankunft haben wir gehört, dass Tirana eine der spannendsten Start-up-Szenen auf dem Balkan haben soll.

Vor Ort merken wir schnell, dass das keine Übertreibung ist.

Genau deshalb wollen wir nicht nur Sehenswürdigkeiten besuchen, sondern vor allem die Menschen kennenlernen, die den Wandel des Landes aktiv mitgestalten.

Unser erstes Treffen führt uns zur Deutsch-Albanischen Wirtschaftsvereinigung (DIHA).

Dort bekommen wir spannende Einblicke in die wirtschaftliche Entwicklung Albaniens und erfahren, wie die DIHA deutsche und albanische Unternehmen miteinander vernetzt. Sie unterstützt Firmen beim Markteintritt, vermittelt Geschäftskontakte und fördert die wirtschaftliche Zusammenarbeit beider Länder. Für uns ist das der perfekte Einstieg, um Albanien einmal aus einer ganz anderen Perspektive kennenzulernen.

Nur wenige Tage später folgt bereits das nächste interessante Gespräch.

Bei der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) erfahren wir mehr über die zahlreichen Projekte, mit denen Deutschland Albanien unter anderem in den Bereichen Wirtschaft, Berufsbildung, Klimaschutz und kommunale Entwicklung unterstützt.

Noch wertvoller als die Informationen selbst sind allerdings die vielen neuen Kontakte, die wir dort knüpfen können.

Schon nach wenigen Tagen merken wir, wie offen viele Menschen hier auf neue Ideen reagieren.


Die Pyramide – Vom Symbol der Diktatur zum Start-up-Hub

Das wohl spannendste Gebäude Tiranas ist für uns die Pyramide.

Heute wirkt sie modern, offen und voller Leben.

Dabei wird sie ursprünglich als Museum für den kommunistischen Diktator Enver Hoxha errichtet. Nach dem Ende des Kommunismus steht das Gebäude viele Jahre leer. Immer wieder wird darüber diskutiert, ob man die Pyramide abreißen oder erhalten soll.

Heute ist davon kaum noch etwas zu spüren.

Nach einer aufwendigen Sanierung entwickelt sich die Pyramide zu einem der größten Start-up- und Innovationszentren Albaniens. Junge Unternehmen arbeiten hier Tür an Tür. Schülerinnen und Schüler lernen Programmieren. Veranstaltungen bringen Gründer, Investoren und Unternehmen zusammen.

Genau dort machen wir eine Begegnung, die besser kaum laufen könnte.

Wir sitzen gerade vor der Pyramide in einem Café und trinken einen Kaffee. Spontan schreiben wir über LinkedIn Arber Kadia, den Gründer und CEO von Patoko, an.

Eigentlich rechnen wir frühestens am nächsten Tag mit einer Antwort.

Doch nur wenige Minuten später meldet er sich zurück.

Ob wir gerade Zeit haben.

Keine zehn Minuten später steht er vor uns.

So spontan haben wir bisher nur selten jemanden kennengelernt.

Arber nimmt sich unglaublich viel Zeit für uns. Er erzählt nicht nur von seinem Unternehmen, sondern auch von seiner eigenen Geschichte. Er ist in Tirana aufgewachsen und hat die Entwicklung der Pyramide von klein auf miterlebt. Genau deshalb ist unser Interview so spannend. Wir hören nicht einfach Fakten über ein Gebäude. Wir bekommen die Geschichte von jemandem erzählt, der diesen Wandel selbst erlebt.

Für uns ist das eines der schönsten Gespräche der ersten Tage in Tirana.


Zwischen Vergangenheit und Gegenwart

So modern Tirana heute wirkt, so präsent ist gleichzeitig die Geschichte des Landes.

Besonders deutlich wird uns das beim Besuch von Bunk'Art 1.

Tief im Inneren eines Berges befindet sich ein riesiger Atombunker aus der Zeit des kommunistischen Regimes. Jahrzehntelang bereitet sich Albanien auf einen möglichen Krieg vor. Tausende Bunker entstehen im ganzen Land. Dieser hier soll im Ernstfall der politischen Führung Schutz bieten.

Heute führt ein Museum durch die langen Gänge und Räume.

Je weiter man hineingeht, desto besser versteht man, wie sehr Angst, Kontrolle und Abschottung das Leben der Menschen damals bestimmten.

Ein beeindruckender Ort.

Und gleichzeitig einer, der nachdenklich macht.

Während wir uns mit der Vergangenheit beschäftigen, spielt sich draußen bereits die Gegenwart ab.

Seit unserer Ankunft sind wir Zeugen der sogenannten Flamingo-Revolution. Jeden Tag versammeln sich Menschen im Zentrum Tiranas, um gegen Korruption, Umweltzerstörung und politische Missstände zu demonstrieren.

Wir beobachten die Proteste aus nächster Nähe und haben das Gefühl, gerade in einer Zeit hier zu sein, in der sich das Land erneut verändert.


Unsere ersten elf Tage

Nach elf Tagen fühlt sich Tirana bereits erstaunlich vertraut an.

Natürlich haben wir längst noch nicht alles gesehen. Viele Geschichten warten noch auf uns.

Doch genau das macht diese ersten Tage so besonders.

Wir sind angekommen.

Nicht nur in einem Haus mit Jabari, Samburu, Lola und Scampi.

Sondern auch in einer Stadt, die Vergangenheit und Zukunft auf eine ganz besondere Weise miteinander verbindet.


Der Moment des Abschnitts

Die ersten elf Tage in Tirana zeigen uns mal wieder, dass eine Weltreise nicht nur aus langen Straßen und spektakulären Landschaften besteht. Manchmal entstehen die spannendsten Geschichten, wenn man für eine Weile bleibt. Wenn aus einem House Sitting ein Zuhause auf Zeit wird. Wenn aus einem spontanen LinkedIn-Kontakt zehn Minuten später ein persönliches Treffen entsteht. Und wenn man merkt, dass hinter einer Stadt viel mehr steckt als ihre bekanntesten Sehenswürdigkeiten.

Hier könnte deine Marke Teil unserer Reise werden

MilesMeetsMoments ist eine langfristige Storytelling- und Brand-Activation-Plattform entlang unserer Weltreise von Köln nach Sydney.

Wir integrieren ausgewählte Unternehmen in echte Geschichten, Märkte und Begegnungen. Das tun wir nicht als Werbung, sondern als Teil des Erlebnisses.

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