Kapitel 34 Reisetagebuch: Endlich wieder unterwegs – Vom Gardasee Richtung Balkan
Kapitel 34: Endlich wieder unterwegs – Vom Gardasee Richtung Balkan
Nach unserer erfolgreich abgeschlossenen SideQuest GARDA180 war klar: Jetzt geht es endlich weiter.
Die letzten Wochen hatte sich bei uns alles um den Gardasee gedreht: um Etappen, Kilometer, Begegnungen, Unternehmergespräche und natürlich um die Frage, ob wir diese Runde um den See wirklich zu Fuß schaffen würden. Wir haben es geschafft. Deshalb fühlte es sich am 6. Juni richtig gut an, wieder in den Bronco zu steigen und den Motor zu starten.

Vor uns lagen neue Länder, neue Begegnungen und der nächste große Abschnitt unserer Reise Richtung Balkan.
Unser erster Stopp: Unternehmer-Interview in Bozen
Unser erster Halt führte uns allerdings noch nicht weit von Italien weg, sondern nach Bozen.
Dort waren wir mit Georg Herbst, einem Ofenbauer, verabredet, den wir für MilesMeetsMoments interviewen wollten.
Solche Termine zeigen uns immer wieder, warum wir diese Reise überhaupt machen. Es geht uns darum, Menschen zu treffen, die etwas aufgebaut haben, die für ihr Handwerk brennen und ihre Geschichte erzählen möchten.
Das Interview mit Georg ist richtig schön geworden und gehört zu den Begegnungen, die unsere Reise so besonders machen.
Ein Campingplatz, ein Doppelgänger und ein Weingut
Danach hätte es direkt weiter Richtung Slowenien gehen können.
Aber so einfach ist es bei uns selten. Denn bereits am Dienstag mussten wir noch einmal zurück an den Gardasee.
Auf dem Rückweg fanden wir im Valle dei Laghi einen wunderschönen kleinen Campingplatz.
Tolle Aussicht, ein See in der Nähe, ein Platz, der nach Zirbenholz roch und sogar eine urige Grillhütte hatte, sowie ein Besitzer, bei dem wir beide erst einmal zweimal hinschauen mussten.


Er sah Jürgen so ähnlich, dass ich mich kaum einkriegen konnte. Die beiden hätten Zwillinge sein können. Selbst Jürgen musste irgendwann lachen.
Zwei Nächte blieben wir dort, bevor es erneut Richtung Gardasee ging. Diese beiden Reels sind dort entstanden: „Homeoffice" und „Laghi di Lamar".
Dieses Mal führte uns der Weg nach Sommacampagna zum Weingut Gorgo.
Dort waren wir per Zoom mit Kai Lorengel von vini diretti aus Köln verabredet. Kai begleitet uns bereits seit vielen Jahren. Schon damals, als wir noch das sono. auf der Hohe Straße betrieben, belieferte er uns mit italienischen Weinen.

Er kennt seine Winzer persönlich und ist ein ausgewiesener Spezialist für italienische Weine. Das Weingut Gorgo gehört zu seinen Partnern und genau über solche Verbindungen entstehen unterwegs immer wieder neue Geschichten.
Das Weingut selbst war wunderschön und voller Atmosphäre. Am Ende bekamen wir sogar einen Stellplatz direkt hinter dem Weingut und blieben eine Nacht dort.
Der Termin, der uns den Boden unter den Füßen weggezogen hat
Am Dienstagmorgen ging es weiter nach Brescia zum Veterinäramt.
Es ging um Mr. Tingle.
Dort erfuhren wir, dass unser kleiner Kater für sechs Monate in Quarantäne muss. Es besteht ein minimales Restrisiko hinsichtlich Tollwut.
Für uns war das ein echter Schock.
Wir hatten Mr. Tingle in Marokko gefunden, versorgt, aufgenommen und längst in unser Herz geschlossen.

Und plötzlich stand fest, dass er ein halbes Jahr im Tierheim verbringen muss.
Wir waren beide einfach nur traurig.
Ändern konnten wir daran nichts.
Die komplette Geschichte unseres kleinen Katers erzählen wir in einem eigenen Blogartikel. Dort gibt es auch die Möglichkeit, ihn zu unterstützen. Denn sechs Monate Quarantäne bedeuten nicht nur eine emotionale Belastung, sondern verursachen auch erhebliche Kosten.
Mille Miglia statt schwerer Gedanken
Am selben Nachmittag passierte wieder etwas, das typisch für unsere Reise ist.
Morgens noch ein schweres Gespräch beim Veterinäramt.
Nachmittags standen wir plötzlich am Gardasee und sahen die legendäre Mille Miglia vorbeifahren.
Historische Automobile, eines schöner als das andere, rollten an uns vorbei. Schaut euch dazu auch dieses Reel an.

Die Mille Miglia gehört zu den bekanntesten Oldtimer-Rallyes der Welt und führt jedes Jahr zahlreiche automobile Klassiker quer durch Italien.
Für uns als Autoliebhaber war das natürlich ein echtes Highlight.
Der Gardasee ließ uns also immer noch nicht los.
Wir blieben noch eine Nacht auf einem Campingplatz direkt an der Strecke und verbrachten anschließend eine weitere Nacht in Padenghe sul Garda, genau dort, wo unsere Italienreise begonnen hatte.
Endlich Richtung Balkan
Am 12. Juni war es dann endlich so weit.
Wir machten uns auf den Weg Richtung Balkan.
Unser erster Stopp war Slowenien, genauer gesagt Tolmin im wunderschönen Soča-Tal.
Für uns war es ein besonderes Gefühl, endlich wieder ein neues Land zu entdecken.
Der Campingplatz „Kamp Gabrje" war groß und gut besucht, denn an diesem Wochenende fand dort ein internationaler Gleitschirmwettbewerb statt.

Überall sah man Camper, Outdoor-Sportler, junge Menschen und bunte Gleitschirme am Himmel.

Und natürlich war da die Soča.

Dieses unglaublich klare, türkisfarbene Wasser.

An vielen Stellen ist der Fluss zu tief oder zu wild. Doch an unserem Platz konnten wir tatsächlich hineingehen und sogar schwimmen.
Kalt war das Wasser trotzdem.
Am Sonntag machten wir eine kleine Wanderung zu einer nahegelegenen Burg und erkundeten die Umgebung etwas genauer.
Feuer auf dem Vršič-Pass
Am Montag ging es weiter durch den Triglav-Nationalpark über den spektakulären Vršič-Pass.
Mit seinen 50 Kehren, 25 bergauf und 25 bergab, gehört er zu den schönsten Passstraßen Sloweniens.
Kurz vor der Passhöhe bemerkte Jürgen jedoch, dass etwas nicht stimmte.
Der Bronco verlor Leistung.
Wir hielten an.
Jürgen öffnete die Motorhaube.
Und dann sahen wir es.
Es brannte.
Ein Zündkabel war erneut durchgeschmort, bereits zum zweiten Mal auf unserer Reise.
Zum Glück hatten wir den Feuerlöscher sofort griffbereit.

Jürgen reagierte geistesgegenwärtig und konnte den Brand löschen, bevor größerer Schaden entstand. Hier ein kleines Reel dazu.
Noch mehr Glück hatten wir, weil wir tatsächlich ein passendes Ersatzteil dabeihatten.
Also reparierten wir den Bronco direkt auf dem Pass.
Und tatsächlich konnten wir unsere Reise anschließend fortsetzen.
Solche Momente braucht wirklich niemand.
Aber sie gehören inzwischen leider genauso zu unserer Weltreise wie die schönen Ausblicke.
Slowenien, wie wir es mögen
Nach dem Vršič-Pass wollten wir in die Nähe von Ljubljana kommen und landeten schließlich in Radovljica auf einem kleinen, ländlichen Campingplatz „Farm Puzman".


Wieder so ein Ort, der uns sofort sympathisch war. Klein, ruhig, mit einem herzlichen Gastgeber und einer guten Zugverbindung nach Ljubljana.
Besonders in Erinnerung geblieben ist uns unser Gastgeber Tomaž. Jeden Abend kam er mit selbstgebrannten Schnäpsen, beziehungsweise mit denen seiner Frau, vorbei und setzte sich zu den Gästen. Es wurde erzählt, gelacht und einfach gemeinsam Zeit verbracht.
Genau diese unkomplizierte Herzlichkeit macht für uns einen guten Campingplatz aus.
Am 16. Juni fuhren wir schließlich mit dem Zug nach Ljubljana. Dort entstand auch dieses Graffiti-Reel.

Die slowenische Hauptstadt ist keine Stadt, für die man eine ganze Woche braucht. Genau das hat uns gefallen. Alles wirkt überschaubar, entspannt und angenehm. Man kann sich treiben lassen und bekommt trotzdem schnell ein gutes Gefühl für die Stadt.


Bevor es dann so richtig weiter ging, machten wir noch eine Nacht einen Stopp auf dem Campingplatz „pr´Matjaz" in Kranj/Krainburg. Wie schon so öfter, hätten wir hier gerne noch ein paar Tage länger unsere Zeit verbracht. Es war ein richtig schöner Ort, genau richtig um kreativ zu sein.


Krk: schön, aber nicht ganz unser Rhythmus
Am 19. Juni ging es weiter auf die kroatische Insel Krk.
Dort waren wir mit unserem kroatischen Freund Matija verabredet.

Auf Krk erwartete uns zunächst echtes Urlaubsgefühl: ein voller, riesengroßer Campingplatz direkt am Meer, Sonne, Sommerstimmung und viele Urlauber.


Schön, wenn man Urlaub hat.
Für uns war es gleichzeitig wieder ein kleiner Realitätscheck. Denn wir sind zwar dauerhaft unterwegs, arbeiten aber genauso intensiv weiter. Während andere den Tag am Strand verbringen, sitzen wir häufig an Texten, Videos, Interviews, Zoom-Terminen und der Planung der nächsten Etappen.
Drei Nächte blieben wir auf Krk: von Freitag bis Montag.
Geschäftstermine in Kroatien
Ab Montag begann wieder ein intensiver Arbeitsabschnitt.
Zuerst trafen wir uns in Selce mit Damir, dem Vertreter der BVMW-Auslandsniederlassung in Kroatien. Gleichzeitig betreibt er dort das Hotel Millennium Deluxe.



Wir führten ein spannendes Gespräch über deutsche Unternehmen in Kroatien, wirtschaftliche Unterschiede und darüber, was deutsche Unternehmer vielleicht von der kroatischen Mentalität lernen können.
Genau solche Begegnungen sind für unser Projekt MilesMeetsMoments besonders wertvoll. Sie zeigen Wirtschaft und Unternehmertum aus einer Perspektive, die man als Tourist kaum kennenlernt.
Wir verbrachten zwei Nächte im Hotel und machten uns anschließend auf den Weg nach Zagreb.


Dort trafen wir Klaudia von der AHK Kroatien.


Übernachtet haben wir auf einem kleinen Campingplatz in Šimunčevec, von dem aus wir bequem mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Zagreb fahren konnten.

Auch dieses Treffen war ausgesprochen produktiv.
Wir erhielten viele neue Kontakte und Empfehlungen für Unternehmen, die wir in den kommenden Wochen besuchen wollten.
Genau so wächst MilesMeetsMoments unterwegs: Gespräch für Gespräch, Begegnung für Begegnung und Empfehlung für Empfehlung.
Auf nach Bosnien-Herzegowina
Am Freitag ging unsere Reise schließlich weiter nach Bosnien-Herzegowina.
Eigentlich dachten wir, wir würden dort ganz entspannt am späten Nachmittag ankommen. Die Strecke war nicht besonders lang.
Doch wie so oft zog sich alles deutlich länger hin als erwartet.
An der Grenze bei Bihać warteten wir über eine Stunde, obwohl nur wenige Fahrzeuge vor uns standen.
Irgendwann waren wir schließlich durch.
Und damit begann wieder ein neues Land.
Ein neuer Abschnitt.
Und das nächste Kapitel unserer Weltreise.
Der Moment dieses Abschnitts
Der eigentliche Moment dieses Abschnitts war für uns kein einzelner Ort.
Es war vielmehr das Gefühl, nach GARDA180 endlich wieder unterwegs zu sein – und sofort wieder festzustellen, dass sich diese Reise nicht wie eine klassische Route planen lässt.
An einem Tag sitzen wir mit Unternehmern bei einem Interview.
Am nächsten erhalten wir die schwere Nachricht rund um Mr. Tingle.
Kurz darauf stehen wir an der Strecke der Mille Miglia, schwimmen in der eiskalten Soča, löschen einen Brand am Bronco auf dem Vršič-Pass und sitzen wenige Tage später bereits wieder in spannenden Gesprächen mit Unternehmern und Institutionen in Kroatien.
Genau das ist MilesMeetsMoments.
Keine perfekt durchgeplante Reiseroute.
Sondern echte Begegnungen, echte Herausforderungen und Geschichten, die nur entstehen, wenn man unterwegs ist.
Kurzüberblick dieser Etappe
- 📍 Bozen – Unternehmerinterview mit Georg Herbst
- 📍 Valle dei Laghi – Campingplatz
- 📍 Brescia – Veterinäramt und Mr. Tingle
- 📍 Gardasee – Mille Miglia und Weingut Gorgo
- 📍 Tolmin – Soča-Tal
- 📍 Vršič-Pass – Motorbrand am Bronco
- 📍 Radovljica, Krainburg (Krainj) & Ljubljana
- 📍 Insel Krk
- 📍 Selce – Hotel Millennium Deluxe
- 📍 Zagreb – AHK Kroatien
- 📍 Weiterreise nach Bosnien-Herzegowina