GARDA180 Kapitel 5: Etappen 4 bis 9 rund um den Gardasee
GARDA180 – Etappen 4 bis 9: Vom Südufer ins Hinterland und zurück an den See
Nachdem wir in „GARDA180 – Kapitel 4" bereits über die Etappen 1 bis 3 unserer GARDA180-Wanderung berichtet haben, geht es nun weiter mit den nächsten Abschnitten rund um den Gardasee. Wer die ersten Kapitel zu GARDA180 noch nicht gelesen hat, findet dort auch die Hintergründe zu unserem Projekt sowie die Komoot-Links zu den einzelnen Wanderabschnitten.
Leider mussten wir den restlichen Teil der Seeumrundung ohne Mr. Tingle fortsetzen. Nachdem wir ihn in die Quarantänestation bringen mussten, begleitete uns auf den weiteren Etappen nur noch sein Katzenklo. Gedanklich ist Mr. Tingle aber trotzdem weiterhin immer mit uns unterwegs.
GARDA180 Etappen 4 bis 9 im Überblick
| Etappe | Route | Distanz & Höhenmeter | Komoot |
|---|---|---|---|
| Etappe 4 | Moniga del Garda → Desenzano del Garda | 11,9 km | 120 Höhenmeter | Route ansehen |
| Sonderetappe | Desenzano del Garda → Pozzolengo | 9,4 km | 70 Höhenmeter | Route ansehen |
| Etappe 5 | Pozzolengo → oberhalb von Lazise | 17,3 km | 130 Höhenmeter | Route ansehen |
| Etappe 6 | Lazise → Bardolino | 18,6 km | 230 Höhenmeter | Route ansehen |
| Etappe 7 | Bardolino → Torri del Benaco | 12,3 km | 200 Höhenmeter | Route ansehen |
| Etappe 8 | Torri del Benaco → Castelletto | 12,6 km | 280 Höhenmeter | Route ansehen |
| Etappe 9 | Castelletto → Navene | 17,1 km | 80 Höhenmeter | Route ansehen |
Mehr zu den restlichen Etappen findet ihr auch in diesem Kapitel unseres Blogs.
Etappe 4: Moniga del Garda nach Desenzano del Garda
11,9 km | 120 Höhenmeter
Nach einem reichhaltigen Frühstück in Moniga del Garda starteten wir gut gestärkt in die vierte Etappe unserer GARDA180-Wanderung. Der Tag begann entspannt, denn ein großer Teil der Strecke führte direkt am See entlang. Die Promenade verbindet hier mehrere Orte miteinander und ermöglichte uns ein nahezu durchgängiges Wandern mit Blick auf den Gardasee.

Besonders angenehm war der Abschnitt zwischen Moniga del Garda und Padenghe sul Garda. Immer wieder boten sich schöne Ausblicke aufs Wasser, während wir fernab vom Straßenverkehr entspannt vorankamen. Anschließend führte uns die Route teilweise über das gut ausgebaute Radwegenetz etwas landeinwärts. Dort fanden wir schattige Wege und deutlich weniger Menschen als an der stark frequentierten Uferpromenade.

Bei Padenghe entdeckten wir schließlich einen kleinen Strand direkt neben einer Beach-Bar. Die entspannte Musik, das glasklare Wasser und die sommerliche Atmosphäre machten die Entscheidung leicht: Zeit für unseren ersten Schwimmstopp der gesamten GARDA180-Tour. Aus den geplanten wenigen Minuten wurde fast eine Stunde. Einer dieser Momente, die man eigentlich nicht einplanen kann und die eine Reise am Ende besonders machen.

Frisch abgekühlt ging es anschließend weiter Richtung Desenzano del Garda. Die letzten Kilometer führten überwiegend über Radwege leicht bergauf in die größte Stadt am südlichen Gardasee. Eine abwechslungsreiche Etappe, die Natur, Bewegung und echtes Gardasee-Feeling perfekt miteinander verband.


Sonderetappe: Desenzano del Garda nach Pozzolengo
9,4 km | 70 Höhenmeter
Die Strecke von Desenzano nach Pozzolengo gehörte landschaftlich sicherlich nicht zu den spektakulärsten Abschnitten unserer GARDA180-Wanderung. Der eigentliche Grund für diese Etappe wartete am Ziel.
In Pozzolengo waren wir mit Lars Tobias Küpper verabredet. Die Gelegenheit nutzten wir für ein ausführliches Interview über seinen Weg nach Italien, seine Arbeit als Golftrainer und das Leben am Gardasee. Lars betreibt die Golfschule LTK Golf.

Schaut auch gerne mal in dieses Reel: 🎥 Weg nach Pozzolengo.
In der Nähe des Golfplatzes verbrachten wir insgesamt zwei Nächte auf einem Agriturismo. Diese Pause kam genau zum richtigen Zeitpunkt. Zum einen konnten wir das Interview in Ruhe fertigstellen, zum anderen nutzten wir die Zeit, um Inhalte zu produzieren, Fotos und Videos zu bearbeiten und organisatorische Aufgaben für MilesMeetsMoments abzuarbeiten.

Etappe 5: Pozzolengo bis oberhalb von Lazise
17,3 km | 130 Höhenmeter
Nach zwei Nächten ging es weiter auf unserer GARDA180-Route. Die Etappe führte uns zunächst zurück Richtung Gardasee. Von Pozzolengo wanderten wir durch die Weinberge und erreichten schließlich wieder das Seeufer.
Unterwegs sorgte eine Baustelle für eine ungeplante Änderung. Da wir weder die gesperrten Tunnel noch die Autobahnüberquerung nutzen konnten, irrten wir zunächst etwas umher, bevor wir schließlich wieder auf unsere geplante Route zurückfanden.
Ab Peschiera führte uns die Strecke wieder direkt an den Gardasee. Von dort aus ging es über die Promenade weiter Richtung Lazise. Dieser Abschnitt hat uns besonders gut gefallen. Direkt am Wasser entlang zu laufen, die vielen Boote zu beobachten und immer wieder den Blick über den See schweifen zu lassen, hatte etwas sehr Entspanntes.
Rund um die Feiertage war allerdings direkt am Seeufer vieles bereits ausgebucht oder preislich deutlich über unserem Budget. Deshalb suchten wir nach einer Alternative und wurden fündig. Im Bed & Breakfast La Familia oberhalb von Lazise fanden wir eine wunderbare Unterkunft abseits des größten Trubels.

Der Besitzer Andrea nahm sich viel Zeit für uns, und wir führten tolle Gespräche. Sein Anwesen ist riesig, liebevoll gepflegt und besonders spannend: Er stellt unter anderem eigenes Lavendelöl her. Nach den sehr touristischen Orten direkt am See tat es gut, einmal etwas oberhalb und ruhiger zu wohnen. Weniger Gedränge, mehr Weite und mehr echte Begegnungen.
Mehr Impressionen in diesem 🎥 Reel.
Etappe 6: Lazise nach Bardolino
18,6 km | 230 Höhenmeter
Am nächsten Tag führte uns die Wanderung zunächst durch Lazise. Von dort ging es weiter Richtung Bardolino. Zwischen Peschiera del Garda, Lazise und Bardolino verläuft die Promenade über weite Strecken direkt am Seeufer entlang. Die Wege führen durch mehrere Orte, vorbei an kleinen Häfen, Restaurants und Badeplätzen. Gerade an Feiertagen war hier entsprechend viel los.
Doch an diesem Tag spielte das Wetter nicht mit. Schon am Morgen zog ein Gewitter auf. Also flüchteten wir uns in Lazise zunächst in eine kleine Bar und warteten den ersten Regenguss ab. Genau solche Momente gehören zu GARDA180 dazu: Man plant eine Etappe, aber am Ende entscheidet das Wetter mit.

Später gingen wir weiter entlang des Seeufers. Die dunklen Wolken blieben jedoch unser ständiger Begleiter. Bei Bardolino legten wir schließlich eine längere Pause ein, weil das Gewitter nun richtig loslegte. Statt einfach Kilometer zu sammeln, mussten wir spontan reagieren, Schutz suchen und den Tagesverlauf immer wieder neu organisieren.
Unser Hotel lag glücklicherweise direkt neben einer Pizzeria. So konnten wir am Abend trotz strömenden Regens noch essen gehen, ohne weit laufen zu müssen. Bardolino zeigte sich uns an diesem Tag weniger als sonniger Weinort, sondern vielmehr als Gewitteretappe.
Als wir am nächsten Morgen die Vorhänge öffneten, war vom Unwetter nichts mehr zu sehen. Der Himmel hatte sich beruhigt, die Luft war klar und die Bedingungen für die nächste Etappe hätten kaum besser sein können. Vor uns lag nun der Weg Richtung Torri del Benaco.
Etappe 7: Bardolino nach Torri del Benaco
12,3 km | 200 Höhenmeter
Nach dem Gewitter des Vortages zeigte sich der Gardasee wieder von seiner freundlichen Seite. Die Luft war angenehm frisch und die Sicht deutlich klarer als in den Tagen zuvor.



Zunächst führte uns die Route noch eine ganze Weile direkt am Seeufer entlang. Doch irgendwann verließen wir die Promenade und wechselten auf einen deutlich ruhigeren Weg oberhalb des Sees. Die Strecke führte über die Hänge zwischen Bardolino und Torri del Benaco. Teilweise ging es recht steil bergauf und anschließend wieder hinunter. Dafür wurden wir immer wieder mit wunderschönen Ausblicken auf den Gardasee belohnt.
Besonders schön war, dass wir auf diesem Abschnitt kaum anderen Wanderern begegneten. Nur einige Radfahrer waren auf ähnlichen Routen unterwegs. Unterwegs entdeckten wir alte Felszeichnungen (Steinzeit-Grafitti) und kamen mit zwei deutschen Wanderern ins Gespräch, die ebenfalls auf diesem Weg unterwegs waren.


In Torri del Benaco angekommen, bezogen wir das Apartment „Casa Prima Gardenia" unserer Freundin Birgit.

Wir fühlten uns dort sofort wohl und es fehlte tatsächlich an gar nichts. Neben diesem Apartment vermietet Birgit auch ein weiteres: das Apartment „Casa Prima Vista". Beide Wohnungen sind absolut top eingerichtet und sehr zu empfehlen. Gerne stellen wir den Kontakt zu Birgit her.

Der Ort selbst hat uns ebenfalls sofort begeistert. Er wirkt deutlich entspannter als viele der bekannteren Gardasee-Orte, bietet aber dennoch zahlreiche Restaurants, Cafés und eine sehr schöne Uferpromenade mit Skulpturen. Auch die Fährverbindungen machen Torri zu einem idealen Ausgangspunkt, um den Gardasee zu erkunden.

Mit Birgit führten wir ebenfalls ein spannendes Interview. Nach vielen Jahren in der Telekommunikationsbranche lebt sie heute zeitweise in Torri del Benaco und vermietet dort Ferienwohnungen.
Aus einer geplanten Nacht wurden schließlich zwei. Wir nutzten die Zeit, um Inhalte für MilesMeetsMoments zu erstellen, Interviews aufzuarbeiten und etwas durchzuatmen, bevor die nächsten Etappen anstanden.
Etappe 8: Torri del Benaco nach Castelletto
12,6 km | 280 Höhenmeter
Für die Wanderung nach Castelletto entschieden wir uns bewusst nicht für die einfache Variante direkt am Seeufer. Stattdessen wählten wir die Bergroute oberhalb des Gardasees. Dieses Mal hatten wir auch das Glück, ohne schweres Gepäck loszuwandern, da wir zwei Nächte in Torri del Benaco verweilten.
Die Bergroute bedeutete zwar einige zusätzliche Höhenmeter, dafür wurden wir mit spektakulären Ausblicken auf den See belohnt. Immer wieder öffneten sich neue Perspektiven auf das Wasser, die umliegenden Berge und die kleinen Orte entlang des Ufers. Gleichzeitig boten die schattigen Waldabschnitte angenehme Bedingungen zum Wandern.

Eine besondere Überraschung erwartete uns unterwegs in Form einer tibetanischen Brücke, an der wir vorbeikamen. Solche unerwarteten Entdeckungen sind oft die Momente, die einem besonders lange in Erinnerung bleiben.

Am Abend kehrten wir nach Torri zurück und nutzten die gute Infrastruktur rund um den Gardasee. Wir nutzten das Schiff und fuhren zurück nach Torri del Benaco, wo wir eine weitere Nacht im Apartment von Birgit verbrachten.
Genau das ist einer der Vorteile einer Wanderung rund um den Gardasee: Wer flexibel plant, kann Busse und Schiffe hervorragend nutzen und so Unterkünfte, Etappen und Besichtigungen individuell kombinieren.
Etappe 9: Castelletto nach Navene
17,1 km | 80 Höhenmeter
Am Morgen stand zunächst die Rückfahrt nach Castelletto an, wo wir am Vortag hingewandert waren. Dies war also unser Einstieg für die letzte Etappe von GARDA180. Dafür nutzten wir den Bus. Wie so oft rund um den Gardasee erwiesen sich die Fahrpläne jedoch eher als grobe Orientierung. Fast eine Stunde warteten wir an der Haltestelle und wussten zwischenzeitlich nicht einmal sicher, ob überhaupt noch ein Bus kommen würde. Irgendwann tauchte er dann doch auf und brachte uns zurück zum Ausgangspunkt unserer letzten Etappe.
Von Castelletto aus folgten wir erneut dem Seeufer nach Norden. Die Promenade ist in diesem Abschnitt hervorragend ausgebaut und deutlich weniger überlaufen als am südlichen Gardasee. Das machte das Wandern sehr angenehm. Die Berge rückten immer näher an den See heran und die Landschaft wurde zunehmend spektakulärer.

Unser Ziel war eigentlich, die gesamte Strecke bis Torbole zu Fuß zurückzulegen und damit den Kreis unserer GARDA180-Tour zu schließen. Doch kurz hinter Navene endet der durchgängige Fußweg. Wer weiter Richtung Torbole möchte, muss entweder eine zusätzliche Bergetappe in Kauf nehmen oder auf öffentliche Verkehrsmittel ausweichen.
Die Alternative entlang der Straße durch die Tunnel kam nicht in Frage. Die Tunnel sind für Fußgänger gesperrt, und das aus gutem Grund. Der Verkehr ist dort dicht und die Strecke wäre schlicht zu gefährlich.
Also entschieden wir uns für die vernünftige Lösung und stiegen in Navene in den Bus nach Torbole. Dort wartete bereits der Bronco auf uns – und damit auch das Ende dieses Abschnitts unserer GARDA180-Wanderung.
Fazit nach neun Etappen
Neun Etappen, zahlreiche Begegnungen, wechselhaftes Wetter, Interviews, spontane Planänderungen und viele Kilometer zu Fuß rund um den größten See Italiens. Genau diese Mischung macht GARDA180 für uns so besonders.
Wer den Gardasee nur vom Auto oder vom Campingplatz aus kennt, erlebt meist auch nur einen kleinen Ausschnitt. Zu Fuß zeigt sich die Region von einer ganz anderen Seite. Man entdeckt stille Wege abseits der Touristenströme, kommt mit Menschen ins Gespräch, findet versteckte Badeplätze und erlebt jeden Abschnitt deutlich intensiver.
Für uns war GARDA180 deshalb weit mehr als eine Wanderung. Es war eine Reise durch Landschaften, Geschichten und Begegnungen – Schritt für Schritt rund um den Gardasee.
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