Alex und Jürgen beim Auszug

Ein Jahr ohne eigene Wohnung: Unser Leben im Ford Bronco

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Ein Jahr ohne eigene Wohnung: Was der Bronco mit unserem Gefühl von Zuhause gemacht hat

Wusstet ihr eigentlich, dass wir in Deutschland gar keine eigene Wohnung mehr haben?

Wenn wir heute nach Köln kommen, wohnen wir dort nur noch in einem kleinen Zimmer. Unsere frühere 65 Quadratmeter große Wohnung haben wir vor einem Jahr aufgegeben. Einen großen Teil unserer Möbel, Kleidung und all der Dinge, die sich über die Jahre so angesammelt hatten, haben wir verkauft, verschenkt oder aussortiert. Übrig geblieben ist nur ein kleiner Teil, der heute noch in etwa einer halben Garage lagert.

Unser eigentliches Zuhause ist seitdem der Bronco.

Wenn man das so schreibt, klingt es wahrscheinlich erst einmal nach einer ziemlich radikalen Veränderung. Für uns hat es sich damals aber erstaunlicherweise gar nicht so angefühlt.

Als wir Anfang August 2025 den Schlüssel unserer Wohnung an die Nachmieter übergeben haben, waren wir nicht traurig. Wir waren vor allem froh, dass dieser ganze organisatorische Stress endlich vorbei war. In den Monaten davor hatten wir verkauft, sortiert, ausgeräumt und immer wieder überlegt, was wir wirklich noch brauchen und was nicht.

Außerdem lebten wir zu diesem Zeitpunkt längst die meiste Zeit im Bronco. Wir hatten dort schon viele Nächte verbracht, fanden es gemütlich und fühlten uns wohl. Der Bronco war für uns nicht mehr einfach nur ein Auto, mit dem wir irgendwann auf große Reise gehen wollten. Er war längst zu unserem Rückzugsort geworden.

Deshalb fühlte sich die Schlüsselübergabe auch nicht so an, als würden wir gerade unser Zuhause verlieren. Eigentlich hatten wir unser neues Zuhause längst gefunden.

Unsere Reise Richtung Sydney startete offiziell erst Anfang Oktober 2025. Aber unser Leben ohne eigene Wohnung hatte da bereits zwei Monate vorher begonnen.

Heute, ein Jahr später, fragen wir uns manchmal selbst, ob uns eigentlich etwas fehlt.


Was wir an unserer Wohnung wirklich vermissen

Wenn wir heute an unsere alte Wohnung denken, dann vermissen wir sie erstaunlich wenig. Natürlich wäre es manchmal schön, wieder auf unserem großen Sofa zu sitzen oder in unserem wirklich schönen Bett zu schlafen. Aber das sind eher einzelne Momente.

Was uns viel mehr fehlt, sind manchmal die Dinge drumherum. Die gewohnten Wege, die man über die Zeit ganz selbstverständlich in seinem Alltag hatte. Einfach mal zum FC fahren, eine Runde durch den Stadtwald spazieren oder joggen, mit der Bahn in die Stadt fahren oder abends spontan sagen: Komm, wir gehen noch ein Feierabendbier in unserer Stammkneipe trinken.

Das sind Dinge, die wir manchmal vermissen. Aber nicht die Wohnung selbst.

Das hat uns in diesem Jahr ziemlich deutlich gezeigt, dass Zuhause für uns gar nicht so sehr mit Quadratmetern, Möbeln oder einem festen Ort zusammenhängt. Viel wichtiger sind die Menschen, die Gewohnheiten und vor allem das Gefühl, sich irgendwo wohlzufühlen.


Leben auf kleinem Raum fühlt sich für uns gar nicht klein an

Eine Frage bekommen wir natürlich immer wieder: Nervt es euch nicht, so lange auf so engem Raum zusammenzuleben?

Erstaunlicherweise überhaupt nicht.

Vielleicht liegt das auch daran, dass wir den Bronco gar nicht als kleine Wohnung betrachten. Im Grunde ist er für uns vor allem Schlafzimmer und Rückzugsort. Unser eigentliches Leben findet meistens draußen statt.

Wir sitzen am Strand, vor dem Auto, auf einem Campingplatz oder irgendwo in den Bergen. Wenn wir arbeiten, sitzen wir mit unseren Laptops draußen oder suchen uns einen schönen Platz. Und wenn das Wetter nicht mitspielt, gehen wir in ein Café, eine Hotellobby oder an einen anderen Ort, an dem wir ein paar Stunden in Ruhe arbeiten können.

Natürlich gibt es auch Tage, an denen es regnet oder kalt ist. Aber wirklich viele Tage, an denen wir gezwungen waren, den ganzen Tag im Bronco zu verbringen, hatten wir bisher gar nicht.

Und vielleicht funktioniert es deshalb so gut, weil wir nie versucht haben, unsere frühere 65 Quadratmeter große Wohnung auf wenigen Quadratmetern nachzubauen. Wir haben uns vielmehr daran gewöhnt, anders zu leben und die Umgebung um uns herum viel stärker zu nutzen.

Wenn wir am Meer stehen, ist der Strand unser Garten. Wenn wir in den Bergen sind, sitzen wir vor dem Bronco und schauen auf eine Landschaft, für die man anderswo vielleicht sehr viel Geld bezahlen müsste.

Der Raum im Auto ist klein. Der Raum um uns herum meistens nicht.


Plötzlich merken wir, wie wenig wir brauchen

Früher hatten wir viele Schränke und diese Schränke waren natürlich voll. Mit Kleidung, Deko, Unterlagen und all den Dingen, die sich über viele Jahre ansammeln und bei denen man irgendwann gar nicht mehr so genau weiß, warum man sie besitzt.

Heute ist das alles viel überschaubarer.

Wir besitzen deutlich weniger. Das haben wir von Anfang an als ausgesprochen angenehm empfunden. Es gibt weniger aufzuräumen, weniger zu putzen und weniger Dinge, um die man sich kümmern muss. Vor allem schleppen wir nicht mehr diesen ganzen Ballast mit uns herum, den man gar nicht braucht.

Natürlich gibt es trotzdem Momente, in denen ich ein schönes Kleid sehe und denke, dass ich es gerne hätte. In Marrakesch war es besonders interessant. Dort gibt es überall wunderschöne Lampen, Körbe, Keramik, Kissen und andere Deko-Sachen, wo wir sicherlich zugeschlagen hätten, wenn wir mehr Platz hätten.

Heute kommt ziemlich schnell eine andere Frage: Was sollen wir eigentlich damit machen?

Wir haben keinen Platz dafür und können diese Dinge in unserem jetzigen Leben einfach nicht gebrauchen. Das Erstaunliche daran ist aber, dass sich das überhaupt nicht wie Verzicht anfühlt. Wir schauen uns die Sachen an, finden sie schön und kurze Zeit später haben wir sie meistens schon wieder vergessen.

Dadurch hat sich unser Verhältnis zu Besitz ziemlich verändert. Nicht alles, was schön ist, muss man auch besitzen.


Wenn der Bronco liegen bleibt, bleibt unser Zuhause gleich mit liegen

Natürlich hat dieses Leben auch seine komplizierten Seiten, vor allem dann, wenn der Bronco mal wieder entscheidet, dass er nicht weiterfahren möchte. Zu einigen Zwangspausen haben wir bereits in unserem passenden Blog-Beitrag berichtet.

Wir hatten inzwischen ganz schön viele Pannen und genau in diesen Momenten merkt man besonders deutlich, dass da nicht einfach irgendein Auto am Straßenrand steht. In diesem Auto steckt unser ganzes Leben.

Dort sind unsere Kleidung, unsere Technik, unsere Kameras, unsere persönlichen Dinge und fast alles, was wir unterwegs brauchen. Wenn der Bronco liegen bleibt, bleibt deshalb auch unser Zuhause liegen.

Das ist manchmal anstrengend und natürlich auch nervenaufreibend. Aber inzwischen gehört auch das zu unserem Reisealltag. Dann suchen wir eine Werkstatt, improvisieren, organisieren uns neu und hoffen natürlich jedes Mal, dass es möglichst schnell weitergeht.


Housesitting hat unser Gefühl von Zuhause noch einmal verändert

Zwischendurch leben wir durch Housesittings immer wieder für einige Tage oder Wochen in richtigen Wohnungen oder Häusern. Dann haben wir plötzlich wieder eine große Küche, ein Badezimmer, mehrere Zimmer, einen Garten oder ein Sofa und sogar Haustiere.

Zum Thema Housesitting haben wir einen eigenen Blog-Beitrag geschrieben.

Natürlich genießen wir das auch.

Trotzdem fühlt sich ein solches Haus für uns schon nach wenigen Tagen oft wie ein Zuhause auf Zeit an. Wir versorgen die Tiere, arbeiten, kochen, kaufen ein, kennen irgendwann den nächsten Supermarkt und entwickeln ganz automatisch wieder kleine Routinen.

Und irgendwann packen wir unsere Sachen wieder in den Bronco und fahren weiter.

Gerade dadurch haben wir gemerkt, dass man sich an einem Ort zuhause fühlen kann, ohne dass einem dort etwas gehört. Dafür braucht man nicht unbedingt einen Mietvertrag, die eigenen Möbel oder eine Adresse, an der man seit vielen Jahren wohnt.


Köln bleibt Heimat, aber das Unterwegssein fehlt uns schnell

Wenn wir nach Köln zurückkommen, freuen wir uns natürlich darauf, Freunde und Familie zu sehen. Es ist schön, vertraute Menschen zu treffen und wieder an Orten zu sein, die man schon seit vielen Jahren kennt.

Trotzdem merken wir ziemlich schnell, dass uns das Unterwegssein wieder fehlt.

Wir sind in diesem Jahr noch neugieriger geworden. Wir wollen wissen, wie es im nächsten Land aussieht, welche Menschen wir dort kennenlernen und welche Geschichten uns erwarten. Wir freuen uns auf neue Landschaften, neue Städte und manchmal auch einfach darauf, morgens aufzuwachen und noch nicht genau zu wissen, was der Tag bringen wird.

Köln bleibt für uns Heimat und wird wahrscheinlich immer ein besonderer Ort sein. Aber der Wunsch, wieder zurück in unseren früheren Alltag zu gehen, ist bisher nicht entstanden.


Können wir uns irgendwann wieder eine normale Wohnung vorstellen?

Wahrscheinlich schon. Aber wir glauben beide, dass dieser Zeitpunkt noch ziemlich weit entfernt ist.

Und wenn wir irgendwann wieder sesshafter werden, dann würden wir wahrscheinlich auch ganz anders wohnen wollen als früher. Wir brauchen keine große Wohnung mehr und möchten vermutlich auch keine Schränke mehr, die bis oben hin mit Dingen gefüllt sind.

Wir stellen uns eher etwas Kleines und Gemütliches vor. Vielleicht ein kleines Haus oder eine Wohnung am Meer, in den Bergen oder irgendwo an einem Fluss. Ein Ort mit einer schönen Aussicht und gleichzeitig etwas Infrastruktur in der Nähe, sodass wir Restaurants oder kleine Geschäfte zu Fuß erreichen können.

Es müsste auch genug Platz geben, damit Freunde und Familie uns besuchen können. Aber riesig müsste es auf keinen Fall sein.

Vielleicht würden wir dann sogar irgendwann wieder ein schönes Sofa kaufen.

Bis dahin sind wir allerdings ziemlich zufrieden mit dem, was wir haben.


Ein kleineres Zuhause und eine viel größere Welt

Wenn man sagt, dass man eine 65 Quadratmeter große Wohnung gegen einen Ford Bronco getauscht und fast seinen gesamten Hausstand verkauft hat, klingt das erst einmal so, als hätte man sein Leben ziemlich stark verkleinert.

Für uns fühlt es sich nach einem Jahr genau andersherum an.

Unser Zuhause ist tatsächlich kleiner geworden. Gleichzeitig ist unsere Welt viel größer geworden.

Wir besitzen weniger Dinge und müssen uns um weniger kümmern. Dafür sehen wir ständig neue Landschaften, lernen Menschen kennen, denen wir in unserem früheren Alltag wahrscheinlich niemals begegnet wären, und entdecken immer wieder Orte, von denen wir vorher teilweise noch nie gehört hatten.

Natürlich wissen wir nicht, ob wir für immer so leben möchten. Wahrscheinlich wird irgendwann wieder ein anderer Abschnitt kommen.

Aber dieser Zeitpunkt ist noch nicht da.

Im Moment sind wir viel zu neugierig darauf, was noch vor uns liegt.

Hier könnte deine Marke Teil unserer Reise werden

MilesMeetsMoments ist eine langfristige Storytelling- und Brand-Activation-Plattform entlang unserer Weltreise von Köln nach Sydney.

Wir integrieren ausgewählte Unternehmen in echte Geschichten, Märkte und Begegnungen. Das tun wir nicht als Werbung, sondern als Teil des Erlebnisses.

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